3. Handel und Gewerbe
Der Trend zu großflächigen Einkaufsmärkten an der Peripherie der Städte führte zu einem Aussterben der kleineren Verkaufsstellen, insbesondere im ländlichen Raum. Das Feld zwischen Nordhausen und Sundhausen wurde in den Jahren 1993-1994 zum Gewerbegebiet „An der Helme“. Nordhausen wuchs durch Marktkauf, den Ausbau des Schachtbaugeländes, ARAL-Tankstelle und VW-Autohaus an Sundhausen heran. Die ehemaligen Flutbrücken an der B 4 und an der Straße nach Uthleben wurden weggerissen, die Hohlwege aufgefüllt. Ins ehemalige Überflutungsgebiet wurde ein Opel-Autohaus gebaut (heutiger Standort eines Reifendienstes).
Am südlichen Ende der Riesleber Straße entstand ein Renault-Autohaus, an dessen Stelle sich heute ein privater Autohändler niedergelassen hat.
Die frühere Konsum-Kaufhalle in der Rinnestraße wird nun durch die Firma Krummel (Holz-und Ladenbau) genutzt.
An der Betonstraße siedelten sich die Unternehmen Granitbau, Wippertaler Getränkehandel und Müller-Beton an.
Der Scheunenhof erlebte eine neue Blütezeit, auch dank damals üppig sprießender Fördermittel. Dort befanden sich im Erdgeschoss Mitte der 1990er Jahre ein kleiner Edeka-Lebensmittelmarkt, eine Postagentur, ein Blumenladen, ein Bäcker und ein Fleischwarenstand. In einem Gebäudeteil entstand eine Gaststätte, deren glücklose Pächter mehrmals wechselten. Sogar RTL Fernsehen mit der Sendung „Rach – der Restauranttester“ war vor Ort – genutzt hat es leider nichts. Die Scheunenhof-Gaststätte ist schon lange wieder Vergangenheit. An der Betonstraße wurde eine Fleischerei gebaut, wo dreimal in der Woche Tiere von nahegelegenen Bauernhöfen geschlachtet wurden und so im Scheunenhof frische Bio-Wurst- und Fleischwaren verkauft wurden. Ein Bauerngarten mit kleinem Tierpark und eine Käserei rundeten das Bild ab.
Aus der Gaststätte „Zur Helme“ wurde das „Hotel zur Helme“ mit neuen Zimmern in einem modernen Anbau. Die Gaststätte „Treffpunkt“ schloss für immer, deren Saal wurde rückgebaut.
Dafür baute Fam. Delzer, die in der Wehrstraße einen kleinen Getränkehandel aufgebaut hatte, dort eine neue Gaststätte mit Pension, die heute noch besteht.
Das ursprüngliche Hotel „Zur Helme“ ist ebenfalls schon verschwunden, es schloss 2011 für immer. An dessen Stelle befindet sich heute ein Seniorenheim, welches den historischen Fachwerkbau mit Anbauten ergänzte und zu dem auch ein neu errichtetes Gebäude für betreutes Wohnen auf der gegenüberliegenden Seite der früheren B 4 gehört.
Der Name „Hotel zur Helme“ fand jedoch noch neben der Kirche auf dem ehemaligen Beckerschen Hof weitere Verwendung. Dort entstanden Übernachtungsmöglichkeiten, die gerne angenommen werden.
2016 schlossen dann auch die Geschäfte im Scheunenhof. Die ehemalige Gaststätte und das Erdgeschoss stehen leer (zum Stand 2020), das Obergeschoss wird für Büroräume genutzt. Der kleine Tierpark existiert nicht mehr und der ehemalige Bauerngarten ist verwildert. Die frühere Scheunenhof-Fleischerei an der Betonstraße ist jetzt ein Spezialgeschäft für Wildfleisch und Wurstspezialitäten. Weitere Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Sundhausen im Jahr 2020 nicht mehr.