Wüstungen um Sundhausen

Als Wüstungen werden aufgegebene Siedlungen bezeichnet, von denen heute meist nur noch Flurnamen, spärliche Mauerreste, Benennung in alten Urkunden oder historische Überlieferungen an sie erinnern.

Neben den größeren Städten gab es bis ins Mittelalter hinein in den ländlichen Regionen oft nur kleinere Orte, die manchmal nur aus wenigen Häusern bestanden. In der spätmittelalterlichen Wüstungsperiode von ca. 1300 – 1500 verschwanden sehr viele dieser Siedlungen. Einige wurden infolge Rivalitäten von Landherren niedergebrannt, das dürfte aber die Minderheit gewesen sein. Wüstungen sind wohl vielmehr zum Teil Folge von starkem Bevölkerungsschwund durch die Pest 1349/50 (geschätzt starb damals ein Drittel der Bevölkerung). Lange Dürre- und Regenperioden wechselten sich ab und machten den Bauern das Leben schwer. Zunehmend wurde Ackerland in ungünstigen Lagen oder mit wenig fruchtbaren Böden brach liegen gelassen. Kleine Siedlungen wurden aufgegeben und deren Einwohner zogen in die etwas größeren Nachbarorte, um dort einen Neuanfang zu wagen. Dörfliche Infrastruktur, wie Kirche, Bäcker, Höfe mit Braurecht bzw. eine Schenke oder später eine Schule gab es sowieso nur in größeren Orten.

Thüringen gehört zu den wüstungsreichsten Landschaften in Deutschland. Auch um Sundhausen herum liegen einige Wüstungen:

Wüstungen rund um Sundhausen, Auszug aus Messtischblatt von 1937

Auszug aus Messtischblatt von 1937

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